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Still heißt nicht uninteressiert

Warum Jugendliche bei Unternehmensbesuchen oft anders wirken, als wir es erwarten

„Die Schülerinnen und Schüler haben kaum Fragen gestellt.“

„Irgendwie schienen sie gar nicht richtig interessiert.“

Solche Eindrücke entstehen bei Unternehmensbesuchen immer wieder. Dabei wird Zurückhaltung häufig vorschnell als Desinteresse interpretiert. Ein aktueller Blick auf die Lebenswirklichkeit junger Menschen zeigt jedoch, dass die Gründe oft ganz andere sind.

Das Deutsche Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung macht deutlich, dass viele Jugendliche unter erheblichem Druck stehen. Leistungsanforderungen, Zukunftssorgen, soziale Medien und persönliche Belastungen prägen ihren Alltag. Gleichzeitig wünschen sich viele junge Menschen mehr Möglichkeiten, sich einzubringen und mitzugestalten.

Für Unternehmen bedeutet das: Wer bei einem Besuch zunächst wenig Fragen hört, sollte dies nicht automatisch als mangelndes Interesse werten. Viele Jugendliche beobachten zunächst, hören aufmerksam zu und benötigen Zeit, um Vertrauen aufzubauen. Gerade in einer ungewohnten Umgebung fällt es nicht jedem leicht, aktiv auf fremde Menschen zuzugehen.

Besonders gut funktionieren deshalb Formate, die zum Mitmachen einladen. Praktische Einblicke, kleine Aufgaben, das Ausprobieren von Tätigkeiten oder Gespräche mit Auszubildenden schaffen oft einen deutlich direkteren Zugang als klassische Präsentationen.

Genau hier setzt die Weiterentwicklung von Jump-in an. Künftig sollen Schülerinnen und Schüler bereits vor den Unternehmensbesuchen über Social-Media-Kanäle und digitale Inhalte Unternehmen, Ausbildungsberufe und Praktikumsmöglichkeiten kennenlernen. So können erste Berührungsängste abgebaut und Interesse frühzeitig geweckt werden.

Denn wer sich vorbereitet fühlt, stellt eher Fragen. Wer weiß, was ihn erwartet, beteiligt sich aktiver. Und wer Unternehmen auf Augenhöhe kennenlernen kann, nimmt deutlich mehr aus der Berufsorientierung mit.

Still zu sein bedeutet deshalb nicht automatisch, nicht interessiert zu sein. Oft braucht Interesse lediglich den richtigen Rahmen, um sichtbar zu werden.

Das Beitragsbild wurde mit KI (ChatGPT) erstellt.

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